Bedarfsgerechtes Hundefutter – Teil 2

Bedarfsgerechtes Hundefutter setzt sich aus einem ausgewogenen Verhältnis aller wichtigen Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente zusammen. Im letzten Beitrag zur bedarfsgerechten Ernährung wurden bereits die Makronährstoffe genauer beleuchtet. An zweiter Stelle sind die Mikronährstoffe im Futter interessant. Dazu zählen die verschiedenen Vitamine, Mineralstoffe sowie Spurenelemente.

Vitamine im Hundefutter

Im Futter wird zwischen den fettlöslichen und den wasserlöslichen Vitaminen differenziert. Sie übernehmen unterschiedliche Funktionen im Körper des Vierbeiners. Grob zusammengefasst unterstützen sie die verschieden Stoffwechselvorgänge.

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Fettlösliche Vitamine

Zu den fettlöslichen Vitaminen gehören neben Vitamin A auch Vitamin D, Vitamin E sowie die sogenannten Chinone. Vitamin A wird vor allem für die Sehkraft, ein gesundes Knochenwachstum, die Zellerneuerung sowie die Fortpflanzung benötigt. Eine zu hohe Versorgung mit Vitamin A kommt in der Regel nicht vor. Sie würde allerdings auf zu viel Stress und Nieren- oder Leberprobleme hinweisen. Schlimmer ist dagegen eine Unterversorgung, da diese schwere Infektionen und Entzündungen bewirken kann.

Vitamin D ist ein weiteres fettlösliches Vitamin, dessen Produktion durch Sonnenlicht angeregt wird. Meist wird der Bedarf dadurch allerdings nicht gedeckt, sodass eine ergänzende Zufuhr über das Futter notwendig wird. Vitamin D reguliert den Phosphor- sowie den Kalziumstoffwechsel und ist daher für die Knochendichte von Bedeutung. Im Körper selbst wird es vor allem in der Leber aber auch im Muskel- und Fettgewebe deponiert. Vorsicht: eine zu hohe Gabe von Vitamin D kann zu einer Vergiftung führen.

Vitamin E ist ebenfalls für Muskel- und Fettgewebe von Bedeutung. Eine Unterversorgung kann hier zu Entzündungen bewirken, die Muskeln und sogar die Netzhaut der Augen schädigen. Die zur Vitamin-K-Gruppe gehörenden Chinone sind für die Knochenbildung und Blutgerinnung wichtig. Das Vitamin wird nicht zuverlässig vom Körper selbst produziert, da schon eine längere Gabe von Antibiotika zur Schädigung der Produktion führen kann. Um Ihren Hund dennoch ausreichend mit den wichtigen Chinonen zu versorgen, müssen diese über die Nahrung aufgenommen werden.

Vitamine im Hundefutter

Wasserlösliche Vitamine

Die wichtigsten wasserlöslichen Vitamine sind in jedem Fall die verschiedenen B-Vitamine. Sie sind hauptsächlich für den Stoffwechsel verantwortlich und werden vom Körper nicht gespeichert. Ein Überschuss ist daher nicht zu erwarten. Werden allerdings zu wenige B-Vitamine aufgenommen, dann hat dies Auswirkungen auf die Muskeln und das zentrale Nervensystem Ihres Hundes. Erste Anzeichen dafür sind Appetitlosigkeit, aber auch Leberverfettung oder Herzprobleme sind in der Folge möglich.

Zu den wichtigen B-Vitaminen gehören neben Vitamin B1, B2, B6 und B12 auch Niacin (Vitamin B3), Vitamin B5, Folsäure, Nikotinsäure und Cholin. Vitamin B3 ist an der Hormonbildung, der Versorgung der Haut, aber auch am Stoffwechsel der Hauptnährstoffe beteiligt. Einen eventuellen Mangel erkennen Sie an einer dicken und dunkel verfärbten Zunge Ihres Hundes. Auch Leberprobleme, Nervenschäden oder Entzündungen der Schleimhäute können auftreten. Eine zu hohe Versorgung für dagegen zu Krämpfen oder Durchfall.

Folsäure und Colin sind wichtige Nährstoffe für die reibungslose Funktion des Hundekörpers. Folsäure unterstützt Blutbildung und Zellerneuerung. Cholin (Cholinchlorid) transportiert die verschiedenen Fettsäuren und unterstütz deren Verarbeitung in der Leber. Es ist vor allem für das Gehirn Ihres Hundes wichtig. Ein Mangel äußert sich entsprechend in Demenz des Hundes oder einer Fettleber.

Natürliche Vorkommen der Makro- und Mikronährstoffe

Bedarfsgerechtes Hundefutter enthält alle für den Hund wichtigen Makro- und Mikronährstoffe in ausreichender Menge. Auch Mineralstoffe und Spurenelemente dürfen natürlich nicht fehlen. Dazu aber mehr im nächsten Teil zum Thema Bedarfsgerechte Hundeernährung.

Die Auflistungen der verschiedenen Nährstoffe klingt teilweise wie aus einem Chemielabor und es fällt schwer sich vorzustellen, dass alle diese Inhaltstoffe natürlichen Ursprungs sein können. Tatsächlich ist nicht alles in jedem Rohstoff enthalten, sodass die Zusammenstellung des Futters aus einem möglichst guten Zusammenspiel verschiedener Quellen erfolgen muss. Wenn Sie sich bereits einmal mit dem Thema Barfen auseinandergesetzt haben, wissen Sie wie wichtig die korrekte Zusammenstellung im Futternapf ist und wie schwierig sie werden kann.

Um die gesunde, bedarfsgerechte Ernährung Ihres Hundes zu gewährleisten, ist es nicht möglich ihn ausschließlich mit Fleisch zu füttern. So würde es zu Mangelerscheinungen kommen, da verschiedene Nährstoffe nur über Kräuter oder auch Gemüse bereitgestellt werden. Die richtige Mischung macht es also.

Miniserie zum bedarfsgerechten Hundefutter

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