Barfen

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Barfen für den Hund – Aus Rücksicht auf den Hund und die Umwelt

Barfen mit Trockenfutter oder rohem Fleisch ist ohne Zweifel eine sehr gute Alternative zum industriell hergestellten Tierfutter. Diese Art von Fütterung bedingt jedoch Hintergrundwissen und ein hohes Maß an Hygiene, wenn die Variante von Fleisch und Knochen in Betracht gezogen wird.

Barf stammt aus dem englischen und heißt bones and raw food, übersetzt Knochen und rohes Futter. Besser bekannt ist die Übersetzung Biologisch artgerechtes rohes Futter. Bei dieser Art der Fütterung erhält der Hund ausschließlich rohes Frischfleisch sowie ungekochtes und püriertes Gemüse und Obst.

Wie jede Hunde Fütterungsart hat auch Barfen für den Hund seine Vor- und Nachteile. Ein Vorteil ist sicherlich die gepflegteren Zähne sowie der geringere Mund- und Eigengeruch des Hundes. Zudem stärkt die artgerechte Ernährung das Immunsystem, minimiert Parasiten und wirkt sich positiv auf die Fellgesundheit aus.

Was gibt es beim Barfen zu beachten?

Fertiges Barf gibt es nicht, höchstens einzelne Komponenten für die Zubereitung. Die verschiedenen Futterbestandteile müssen ausgewogen sein, um Mangelerscheinungen zu verhindern. Frisches oder gefrorenes Gemüse sowie Getreide werden zur besseren Verdauung püriert.

Die Fütterung des Hundes mit rohen Lebensmitteln nimmt viel Zeit in Anspruch. Rohes Hundefutter muss entsprechend gelagert werden und sollte vor der Zubereitung immer gut gekühlt sein, was mehr Platzbedarf im Tiefkühler und im Kühlschrank bedeutet. Diese Variante mit rohem Fleisch zum Barfen als Alternative dürfte sich vor allem im Urlaub als schwierig gestalten.

Nebst rohem Fleisch und Knochen muss auch der Vorrat an Obst und Gemüse gewährleistet sein. Für die Zubereitung werden zudem diverse Utensilien, beispielsweise spezielle Messer oder ein Fleischwolf, benötigt.

Kaltgepresstes Hundefutter

So Barfen Sie Ihren Hund richtig!

Barf Fleisch

Bei rohem Fleisch besteht die Gefahr von Krankheitserregern, beispielsweise Salmonellen. Bei dieser Art von Fütterung muss die Hygiene im Vordergrund stehen. Von rohem Schweinefleisch oder Schweinekochen wird abgeraten. Schweinefleisch kann die Erreger der Aujeszky-Krankheit enthalten; die Virusinfektion kann bei Hunden tödlich enden.

Barf Knochen

Knochen sind ein Hauptbestandteil der Barf-Fütterung, obschon diese mit einem Risiko für den Hund verbunden sind und nur als Ausnahme verfüttert werden sollten. Knochen von älteren Schlachttieren, besonders von Geflügel, sowie Röhrenknochen, sind ungeeignet, da diese leicht splittern und in der Folge zu inneren Verletzungen führen können.

Für die Versorgung mit Mineralstoffen und zum Abrieb von Zahnbelag sind Knochen von jungen Schlachttieren empfehlenswert. Zudem sollten diese nicht zu hart sein, um eine Beschädigung der Zähne zu verhindern. Knochen können Verdauungsstörungen hervorrufen, insbesondere wenn der Hund nicht daran gewöhnt ist.

Barf Alternative zu Knochen

Als Alternative bieten sich natürlich hergestellte Dental Snacks an, welche zusätzlich positive Eigenschaften aufweisen. Dental Sticks mit Kokos beispielsweise enthalten die pilzfeindliche Caprylsäure sowie Laurinsäure gegen Zecken und Flöhe.

Unausgewogene Anteile

Im Gegensatz zum Barfen mit natürlich hergestelltem Trockenfutter wird oftmals zu viel Fleisch verfüttert. 

In der Natur wird nicht nur das Fleisch, sondern die gesamte Beute verzehrt, sodass beispielsweise auch Pflanzenreste in die Verdauung kommen. Fälschlicherweise liegt der Fokus oftmals zu stark auf Fleisch und Knochen, während der Anteil an pflanzlichen Stoffen gering gehalten wird.

Bei einem Ungleichgewicht zwischen dem tierischen und pflanzlichen Anteil über eine längere Zeit besteht die Gefahr, dass der Eiweiß- und Phosphorgehalt beim Hund zu hoch ist, was sich als Folge unter anderem schlecht auf die Nieren auswirkt und zu Mangelerscheinungen führen kann.

Barf Ballaststoffe

Meistens fehlen genügend Ballaststoffe, welche wichtig für eine geregelte Verdauung sind, um Beschwerden im Verdauungstrakt zu vermeiden. Die verbreitete Meinung, dass ballaststoffreiches Futter die Nährstoffe schlechter verdauen lässt, ist nur bedingt korrekt, da sich die Ballaststoffe unterschiedlich auswirken:

Fermentierbare Ballaststoffe finden sich beispielsweise in Früchte-Olga-Saccharide, Zellulose oder Pektine sowie Getreide. Die fermentierbaren Fasern von Getreide, Gemüse und Obst haben keine Einwirkung auf die Nährstoff-Verwertung.

Nicht- fermentierbare Fasern wie beispielsweise Lignin, welches in Algen und Holz vorkommt, haben eine negative Auswirkung auf die übrigen Nahrungsbestandteile sowie die Verdauung. Rohes Hundefutter und Trockenfutter sollte aus diesem Grund genügend fermentierbare und weniger nicht-fermentierbare Ballaststoffe enthalten.

Bei einer reinen Rohfleischfütterung sollten regelmäßige Untersuchungen beim Tierarzt stattfinden, um sicherzustellen, dass der Hund ausreichend mit den nötigen Nährstoffen versorgt ist.

Welche Barf Möglichkeiten gibt es?

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Die verschiedenen Barf-Varianten
Grundsätzlich wird zwischen Vollbarfen, Halbbarfen und getreidefreiem Barfen unterschieden.

Vollbarfen

Vollbarfen besteht nur aus Rohkost, beispielsweise Muskel- oder Leberfleisch, rohem Ochsenschwanz oder Brustkernknochen und Nudeln, Blätter- und Labmagen sowie grüner Pansen.

Halbbarfen

Bei dieser Variante wird sowohl rohes Fleisch als auch Trockenfutter verwendet, wobei dafür zwei Mahlzeiten zu planen sind. Fleisch und Trockenfutter haben eine unterschiedliche Verdauungszeit und sollten nicht gemischt werden.

Beide Varianten bergen die Gefahr einer Unter- oder Überdosierung der Nährstoffe und gestalten sich zeitintensiv.

Getreidefreies Barfen

Bei der getreidefreien Fütterung kann zwischendurch eine Beigabe von Hirse, Reis oder Amaranth erfolgen.

Barfen mit Trockenfutter

Reines und hochwertiges Trockenfutter, welches alle Voraussetzungen zum Barfen als Alternative mitbringt, wird kaltgepresst hergestellt. Bei der Kaltpressung bleiben Nährstoffe und essenzielle Vitamine weitestgehend erhalten. Die Herstellung erfolgt ohne künstliche Geschmacks- und Konservierungsverstärker, Farb- und Lockstoffe. Kaltgepresstes Trockenfutter kann vom Magen, aufgrund des schonenden Herstellungsverfahrens, besser verwertet werden. Die Pellets zersetzen sich im Magen zu einem Brei und sinken bis zur kompletten Verdauung auf den Magenboden. Dem Magen wird bei diesem Verdauungsprozess kein Wasser entzogen. Kaltgepresstes Trockenfutter ist vom Verdauungszeitfenster ähnlich wie die Rohkost.

Eigenschaften von hochwertigem Trockenfutter

Der höchste prozentuale Anteil muss der Fleisch- oder Fischanteil sein. Ein qualitativ hochstehendes Trockenfutter besteht zu 100 Prozent aus natürlichen Zutaten, rein auf Frischfleischbasis, enthält viel Muskelfleisch und ist getreidefrei. Des Weiteren sollte ein hoher Rohproteingehalt sowie Rohfette vorhanden sein. Ein getreidefreies, mit Gemüse, Ölen und Kräutern aufbereitetes Trockenfutter, bietet eine artgerechte Alternative gegenüber der Rohfleischfütterung. Ein ausgewogenes Trockenfutter enthält zudem folgende Inhaltsstoffe:
  • Vitamine A, B1, B2 (Riboflavin), B6, B12, C, D3, E
  • Biotin
  • Kalium
  • Omega 3
  • Spurenelemente
  • Mangan
  • Kupfer

Futterumstellung

Eine Futterumstellung kann direkt und ohne Übergang erfolgen, weil das kaltgepresste Trockenfutter vom Hundemagen anders verwertet wird. Eine anfängliche Vermischung mit dem herkömmlichen Trockenfutter zur Umstellung ist bei einem hochwertigen Trockenfutter nicht ratsam.

Wissenswert

Eine Futterumstellung ist grundsätzlich ein Stress für den Hundemagen, bis sich dieser auf die neue Verdauungsweise eingestellt hat. Die Umstellungsphase dauert zwei bis drei Wochen. Während dieser Zeit sind ein erhöhter Kotabsatz sowie eine vermehrte Wasseraufnahme möglich. Bei Hunden mit einem überempfindlichen Magen kann die Übergangsphase zwischen sechs bis acht Wochen dauern.

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